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Mittwoch, 3. Oktober 2012

wir laufen durch den regen und schweigen uns an. es ist ein befreiendes und gleichzeitig beengendes gefühl. nur wegen dir bin ich draußen. du weißt das. du weißt, dass ich sonst im bett geblieben wäre und gewartet hätte, bis es dunkel wird und die müdigkeit kommt und mich in die welt der träume bringt, dort wo ich am liebsten immerzu und ständig wäre. ich muss nachdenken über gestern abend, ich weiß nicht was du gerade denkst. unsere schritte auf dem nassen asphalt sind wie der rythmus eines liedes. gestern hat paula betrunken vor mir gestanden und geweint. der regen erinnert mich an ihre tränen. sie war sauer auf mich, weil sie verweifelt ist. sie sagt, dass sie sieht wie ich immer weniger werde und sie weiß nicht was sie machen soll. sie sagt dass sie nicht versteht wie eine der einfachsten sachen so schwierig sein kann und das sie die alte elsa wiederhaben will. ich fühle mich schlecht. ich will nicht, dass andere wegen mir verzweifelt sind und weinen müssen. am liebsten würde ich dir von all dem erzählen. aber du läufst neben mir und unserer takt beruhigt mich. ich will ihn nicht durch den klang meiner stimme ruinieren, nicht durch worte, die hässlich sind, nicht durch tatsachen, die hässlich sind. mir ist kalt und du legst den arm um mich. gleich machst du mir einen tee sagst du. ich brauche dich denke ich.

Dienstag, 2. Oktober 2012

oktober

lieber oktober,
so lange habe ich auf dich gewartet, ich liebe die bunten blätter, die du mit dir bringst, der regen spült alles weg, was mich traurig macht und jetzt enttäuscht du mich so bitter. die frage nach dem warum lässt mich nicht los. ich weiß nicht ob ich enttäuscht oder sauer auf dich sein soll. bittebittebitte lass die kommenden tage besser werden.
nur ein klitzekleines bisschen. danke.

achja, ich wollte noch einmal meinen 20 lesern danken, auch wenn ich davon ausgehe, dass gerade einmal zwei leute der bezeichnung leser gerecht werden. ihr seid grandios. ♥

Montag, 1. Oktober 2012

tod, leben und mobbing.

und manchmal frage ich mich wie es wäre, wenn ich sterben würde. wie fühlt sich das an? und würde ich hier ein loch hinterlassen, wer würde mich vermissen? wer würde zu meiner beerdigung kommen? wer würde auch noch ein oder zwei jahre nach meinem tod an mich denken, würde überhaupt irgendjemand? wie schnell und vorallem von wem würde ich ersetzt werden? macht es mich zu einem besseren menschen wenn ich vermisst werden würde?

ich fühle mich in letzter zeit so alleine, schon fast im stich gelassen und habe das gefühl das niemand an mich denken würde. ich fühle mich wie der abschaum der gesellschaft, ein hässlicher rotweinfleck auf einer weißen hose. alle um mich herum versuchen mich in die norm hereinzupressen, dem fleck aus der hose zu waschen, schrubben daran herum, ich soll ein normales mädchen sein, freundlich und zuvorkommend, lieb und nett, lächelnd und am besten auch noch mit meinen freundinnen durch die stadt ziehen um zu shoppen. aber das bin nicht ich, so fühle ich mich nicht, warum sollte ich so tun?

heute als ich in die bahn nachhause gestiegen bin ist etwas passiert was mir zu denken gibt. ich setzte mich an einen platz am fenster. der akku meines ipod war leer sodass ich auf musik verzichten musste, immerhin ist der weg nicht so lang.
zwei mädchen aus meiner schule setzten sich mir gegenüber und grinsten mich an, ich lächelte zurück, da ich sie vom sehen kannte. die beiden prusteten vor lachen in ihre hände. eine von ihnen lies ihre augen nicht mehr von mir, sie fingen an sich zu unterhalten. "oh hier stinkt es voll" vorerst dachte ich, diese kommentare wären einfach nur dummes gefasel nach der schule aber als ich genauer hinhörte merke ich, dass sie mir galten. "jaja, das leben ist schon traurig" "ich frage mich wie sie das gemacht hat, bestimmt ne magenverkleinerungsop" und so nahm der spaß auf meine kosten seinen lauf. ich war nie so der opfertyp. absolut nicht. ich war nie das extrovertierteste mädchen, das immer total präsent war aber eben auch nicht das absolute gegenteil. ich habe angst. ich habe wirklich angst davor, dass das erst der anfang war.

Samstag, 22. September 2012

ende

es ist freitag abend und ich liege in meinem bett. ich fühle mich elend und kann mich nicht einmal auf den blödsinn im fernseher konzentrieren. eigentlich sollte ich draußen sein, mit freunden um die häuser ziehen, ein bisschen tanzen, ein bisschen trinken, ein bisschen reden. meine gedanken erdrücken mich, wie parasiten nisten sich schlechte erlebnisse, ängste und befürchtungen in meinem gedächtnis ein und lassen sich nicht vetreiben. meine augen waren heute morgen als ich in die schule kam leer und kaum offen zu halten. ich habe kaum geschlafen und mich stattdessen nahe zu die ganze nacht mit jonah gestritten. er tut mir weh. ich weiß genau dass es nicht seine absicht ist aber das macht die ganze sache auch nicht besser.ich bin müde aber kann nicht schlafen, ich bin hungrig aber kann nicht essen, ich bin traurig aber kann nicht weinen.es wird bald besser, sagt man mir, seit knapp zwei jahren, aber alles bewegt sich in die entgegengesetzte richtung. zwei monate lang habe ich mich gut mit meinem bruder verstanden, genau zwei monate. bis gestern. er hat  mir eine wunde zugefügt, mehr möchte ich dazu nicht schreiben. er hat mich angespuckt und beschipft, durch die gegend geschubst und gedemütigt. ich darf es ihm eigentlich nicht übel nehmen, es kommt von den medikamenten, ich weiß aber dennoch tut es weh. weck mich bitte auf aus diesem verdammten alptraum.

Mittwoch, 19. September 2012

therapie

ich habe den schritt getan, in ein paar tagen beginnt meine therapie. ich habe große angst, musste mir aber eingestehen, dass es so nicht weiter geht. ich stehe in einer sackgasse, ich bin zu schwach alleine umzukehren, zurück zu der kreuzung um die richtige abweigung zu wählen. ich weiß noch nicht wie ich mit damit fühle, einerseits, tut es gut zu wissen alles nicht mehr allein tragen zu müssen aber andererseits möchte ich niemanen so nah an mich heranlassen. erst recht nicht, wenn man in seinem umfeld sieht, dass es auch mit hilfe nicht einfach ist zu leben. k. ist im krankenhaus. ich war nicht da. ich werde auch nicht hingehen. er hat sich zu tief geschnitten. pulsschlagader. sein kleiner bruder hat ihn umfallen hören als er das bewusstsein verlor, sein kleiner bruder musste sich kümmern. als k. mich anrief meinte er es sei ein versehen gewesen, dass er sich nicht umbringen wollte, das es ihm leid täte aber wir wissen beide das es nicht der wahrheit entspricht. er kennt die grenzen zu genau, er ist zu klug, zu gut informiert alsdass ihm sowas ausversehen passieren könnte. ich bin enttäuscht. aber genau so, wie ich von ihm enttäuscht bin, bin ich es auch von mir. ich habe es nicht alleine geschafft, ich musste hilfe holen um mit mir selber zurecht zu kommen. ich habe es nicht alleine geschafft.

Montag, 3. September 2012

berlin

wir stehen an der tankstelle, du hälst ausschau nach unserer mitfahrgelegenheit und ich starre in den himmel. ich bin müde, habe schlecht geschlafen, würde am liebsten umdrehen, in mein bett, hier bleiben. Aber ich bleibe neben dir stehen, ich weiß, dass ich es bereuen würde wenn ich nicht mitkomme. Dora ist vor ein paar wochen nach berlin gezogen, ich vermisse sie sehr, sie war eine meiner besten freundinnen, du vermisst sie auch sagst du. du ziehst mich an meiner hand zu einem auto, mir ist kalt, der mann schüttelt mir die hand. ich setze mich ins auto und du bleibst noch draußen mit ihm stehen. ihr unterhaltet euch und lacht. du schaffst es immer leute zum lachen zu bringen, du bist erinfach gut, der sympatische typ - manchmal wäre ich auch gerne so, aber ich bin ganz anders, weit weg, meine gedanken passen nicht in die form des sympathischen mädchens. ich habe entsetzliche bauchschmerzen, ich habe einige tage nichts gegessen. Ich musste das tun, da ich weiß, das ich die nächsten tage etwas essen sollte, damit ihr euch keine sorgen macht. ich habe eine termoskanne kamillentee auf meinem schoß, sie wärmt meine beine. ich schlafe ein, wache erst auf als du mich zur raucherpause weckst. mir ist kalt, dabei scheint die sonne und als ich mich vorsichtig umsehe bemerke ich das alle nur t-shirts tragen. der kleine dicke mann, der hinten im auto saß scheint sogar zu schwitzen.

als wir in die s-bahn laufen und ich mich auf einen sitz fallen lasse bemerke ich eine frau, die mir gegenüber sitzt. einen kurzen moment lang bin ich den tränen nahe. trotz den vielen narben sieht man das sie sehr zierliche, schöne gesichtszüge hat. sie hat unglaublich dünnes haar, aufgekratze arme, ist sehr benommen und hat noch hellere haut als ich, was mir immer unmöglich erschein. doch der springende punkt, das, was mich auf sie aufmerksam gemacht hat, ist ihre magere figur. sie sieht nicht mehr aus wie ein mensch. ihr vernarbtes gesicht ist eingefallen, ihre ellenbogen spitz und ihre beine wirken dünner als die, des dreijärigen mädchens, welches an der tür steht und quängelt. mir lief ein kalter schauer den rücken herunter, bei dem gedanken, dass sie in meinen schoß fallen und einfach tot sein könnte. als sie die bahn verließ, merkte man, welche mühe sie hatte, sich aufzurichten und auf den beinen zu halten.

bei dora angekommen legte ich mich erst einmal schlafen. ich hatte so lust, mit euch mitzugehen, ins kaffee, die anderen zu treffen, aber die reise hatte mich erschöpft, dass ich einfach nicht konnte. in dieser frau hatte ich so viel von mir gesehen. so unglaublich viel. so will ich nicht werden. ich möchte micht das fremde beim bloßen anblick von mir mitleid empfinden und sich fragen wie es sein kann das ich noch lebe.


du hast mich geweckt. mit kaffee und einem selbstgemachtem erdbeerquark. da habe ich endlich mal gemerkt, dass zwar viel scheiß ist, es mir aber eigentlich gut gehen sollte.