Mittwoch, 4. Dezember 2013

Blaue Finger

Ich verliere mich. Die Tage und Wochen ziehen vorbei wie Wolken an windigen Tagen, wenn sich ein Gewitter zusammenbraut. Ich sitze am Fenster und schaue diesem Spektakel zu, mir ist kalt, dabei halte ich die Fenster geschlossen und die Heizungsluft trocknet meine haut aus.

Ich schlafe mit Männern in der Hoffnung mich selbst wieder zu finden, mich begehrenswert und wieder ganz zu fühlen, aber es passiert nicht.
Ich lasse diese Männer in mein leben, sie mich in ihres. Sie erzählen mir von ihren Problemen und ich höre zu. Ich bin da und lächele ihnen zu, versichere ihnen, dass es mir gut geht. Ich nehme mir ihrer sorgen an und hoffe insgeheim, dass ich mich besser fühle wenn ihre Laster gelöst sind. Aber das ist nicht der fall. Mir geht es nicht besser, ganz im Gegenteil, all diese Männer können Hilfe annehmen, sich fallen lassen, ihr leben besser machen und ich gebe ihnen Ratschläge die sie befolgen, die ich selber nicht annehmen kann. Irgendwann stehen sie lächelnd vor mir und erzählen mir was sie alles tolles erreicht haben, nur mit meiner Hilfe und dass sie sich aber neben mir klein fühlen, dass ich emotional einfach zu weit bin, dass ich zu gut bin, dass sie mit mir befreundet bleiben wollen.  Und ich sitze da, emotionslos, schlafe ein letztes mal mit ihnen und schaue in die Gewitterwolken. Anrufe und Nachrichten beantworte ich grundsätzlich nett. Ich sage, dass es mir gut geht, versichere, dass ich zugenommen habe und alles in die richtige Richtung läuft während ich auf dem weg auf die Intensivstation bin um meinen Vater zu besuchen oder beim Psychiater im Wartezimmer sitze, hoffend, dass er nichts vom Gewichtsverlust mitbekommt damit ich weiterhin mein ritalin verschrieben bekomme.

Dann beginne ich zu trinken, um alles wegzuspülen, ich bin die die am lautesten lacht, die die am längsten tanzt, die die so glücklich wirkt. Dabei bin ich einfach nur leer, leer und einsam. Die Wolken ziehen weiter und die Sonne blinzelt hindurch, ich ziehe die Vorhänge zu.

Mittwoch, 18. September 2013

auf wolken gehen

und dann ist es wieder da. das gefühl auf das ich die ganze zeit gewartet habe ist wieder da. das gefühl, für das ich sterben würd. es lässt mich alles vergessen. jede enttäuschung, jeder streit, alles was sich mir in den weg stellt, ist wie weggeblasen. die strapazen, um dieses gefühl zu bekommen scheinen winzig klein. die bauchschmerzen, der brummende kopf, die kälte, die diskussionen, die lügen, alles egal.
ich kann laufen ohne den boden zu berühren, hoch springen und die wolken anfassen, alles scheint möglich.
mir geht es gut, besser als gut, ich bin aufgeregt und will die ganze welt umarmen.
ich weiß nicht, ob ich das jemals loslassen kann. warum hat etwas so hässliches eine so schöne seite?

Montag, 16. September 2013

monster

ich wünschte ich könnte etwas schönes, positives schreiben, aber das kann ich nicht. leider gar nicht. ich atme noch, ich bin noch, aber dieses ich ist irgendwie nicht wirklich ich. es fühlt sich an als würde ich mein eigenes leben träumen und soviel steht fest, wenn es ein traum wäre, wäre es ein alptraum. die monster in meinem kopf denken gar nicht daran mich in ruhe zu lassen und mittlerweile, beginne ich ihre anwesenheit zu genießen, aus dem einfachen grund, dass sie sonst jeden in die flucht gejagt haben. ich bin allein. ich, die mit den terminplanern voller namen, immer eine verabredung oder zwei oder drei, ich bin einsam. nun sind alle weg. tagein tagaus warte ich, ich warte das irgendwer vorbei kommt und sich neben mich legt, einfach nur atmet und da ist aber es kommt niemand. und es wird auch niemand kommen. denn ich bin teil der monster geworden, und niemand, wirklich niemand, will ein monster um sich herum haben.

http://www.youtube.com/watch?v=JvTVuMzQXTM

Freitag, 30. August 2013

liebe anorexie

meine liebe ich denke es ist an der zeit getrennte wege zu gehen. wir haben viel füreinander getan und es wäre gelogen wenn ich behaupten würde, dass ich deine anwesenheit nicht genossen habe, denn du hast mir auch viel gegeben, doch ich glaube es ist der punkt erreicht, wo ich durch unsere verbindung immer mehr aufgeben muss und das mag ich nicht mehr. ich will nicht alles für dich aufgeben. klar, du bist mir sehr wichtig und wirst mir fehlen aber ich musste feststellen das ich so nicht weiter komme. ich wünschte es wäre machbar dich bei mir zu behalten und trotzdem nicht alles andere aufzugeben aber irgendwie scheint das ja nicht möglich zu sein. es fällt mir mehr als schwer deine hand loszulassen, ich fühle mich oft einsam, auch unter leuten, und will nach dir rufen, mich in deine arme werfen aber ich wüsste das du mich dann nicht wieder loslassen würdest. also mach es gut, ich hoffe du vergisst mich nicht, aber hör auf es zu versuchen dich wieder in mein leben zu drängen. adieu.

Dienstag, 27. August 2013

luisluisluis

"Komm Elsa, schnell" wir laufen durch die schillernde Nacht, ich taumele, freue mich aufs tanzen. Heute ist luisunddenganzenstressvergessentag. Lene hat ihren teuren Wein geopfert, wir saßen bei ihr, haben das Feuerwerk angeguckt und Männer verflucht, dann sind wir zu einer wg Party und nun laufen wir zum Club. Heute geht es mir recht gut. ich habe etwas zu wenig gegessen, aber immerhin etwas herunter bekommen. ich hoffe weder luis noch jonah im club zu treffen als wir die gasse hinunter laufen. je näher wir kommen desto schneller werden wir, man kann den bass schon spüren, meine füße sind aufgeregt und wollen die ganze nacht herumzappeln. wir treffen ein paar freunde, rauchen noch einen trinken noch ein bier und lassen uns vom club verschlucken. ich stehe auf der tanzfläche, schließe die augen und fliege. ich fühle mich als würde ich meinen verhassten körper verlassen und er würde weitertanzen, während ich neben ihm schwebe. ich öffne meine augen nach einer halben ewigkeit wieder, lene tanzt neben mir und beugt sich zu mir rüber. "So ein idiot" brüllt sie. ich verstehe nicht was sie mir damit sagen will und lasse meinen blick über die tanzende masse schweifen. "wirklich elsa lass dich nicht ärgern" fügt sie hinzu. nun habe ich komplett den faden verloren. ich dachte es ginge vielleicht um ihren ex freund oder dem kerl mit dem sie ab und an was hat. ich gucke sie fragend an und sehe im selben moment was sie meint. da steht er, einfach so und guckt mich an. er ist alleine da und tanzt nicht, er steht einfach nur da und guckt mich an. nach ein paar unangenehmen momenten in denen wir uns anschauen beschließt mein betrunkenes ich zu ihm rüber zu gehen. "lene ich komme gleich wieder, bleibst du hier bei den anderen? wie lange steht er da schon?" ich deute meinen kopf in luis richtung ohne ihn eines blickes zu würdigen. "eine stunde vielleicht. elsa klärt das mal, das ist doch scheisse so." ich bahne mir durch die menschenmassen meinen weg zu ihm. "was soll das luis?" kein hallo, keine anderen netten floskeln, ja, ich wollte einfach mal eiskalt und lässig sein und ehrlich gesagt finde ich auch wirklich, dass es mir gut gelungen ist, meine stimme hat kaum gezittert obwohl ich mit den tränen gekämpft habe konnte ich einen entspannten gesichtsausdruck wahren. "ich hatte gehofft dich hier zu finden, bier?" mit flaschen bewaffnet laufen wir die treppe runter und gehen raus. es wird schon wieder hell. nach allerlei netten smalltalks mit entfernernten freunden und zwei bier später sitzen wir nebeneinander. "du hast mir unendlich gefehlt elsa. ich kann mir kaum vorstellen das es richtig war die sache zwischen uns zu beenden." während du redest guckst du auf den boden, deine stimme ist belegt und deine hände drehen unbeholfen eine zigarette. "ich habe mich von meiner freundin getrennt, ich will dich wirklich sehr. bitte überleg es dir nochmal." fährst du fort. ich bin überfordert. plötzlich ist alles wieder da. die große angst davor alleine gelassen zu werden, die angst verletzt zu werden, das flaue gefühl im magen. "luis mir geht das alles zu schnell, es macht mir angst, du machst mir angst" ich stehe auf und gehe wieder zu meinen freunden aber das tanzen macht mir nicht einmal mehr halb soviel spass wie davor. ich suche meine sachen zusammen und verabschiede mich von denen, die noch übrig geblieben sind. du sitzt noch immer da, alleine, blickst in den himmel. ich zögere einen moment aber gehe dann doch zu dir. "wollen wir noch ein stück zusammen laufen?" 

Samstag, 17. August 2013

Vielleicht ist es falsch

Und während du mit mir schläfst und mir leise ins Ohr flüsterst dass du mich gut findest, schreibt deine Freundin dir eine klebrig süße SMS.

"Halt den Mund" brülle ich.
Ich will das alles nicht hören. "Hör auf dich so einzumischen, Hör auf mir zu sagen was ich zu tun oder zu lassen habe. Hör einfach auf Luis." Ich fange an zu schluchzten.
"Elsa, ich bin jetzt hier hergekommen um dich abzuholen aber ich kann das nicht weiter mit angucken. Du bist unglücklich und hast wieder abgenommen, aber du tust nichts dagegen."
Ich will das nicht hören. Erst recht nicht jetzt und warum kommen die blöden Tränen?! Wir stehen vorm Club, ich fühle mich unwohl, will in mein Bett, will aufwachen und feststellen das mein ganzes leben nur ein Traum war, feststellen, dass ich eigentlich jemand anders bin, mit einem normalen Kopf und normalem leben.
Ich würde dir gerne so viel sagen, aber mein Kopf lässt es nicht zu, ich kann keinen vernünftigen satz formen, ich kann nur die kalten Tränen spüren, die mir durch mein Gesicht laufen.
Du legst deinen Arm um mich und wir laufen schweigend quer durch die nächtliche Stadt zu dir.
Wir schlafen miteinander obwohl wir beide wissen, dass das nur zu noch mehr Verwirrung sorgt. Ich habe Bauchschmerzen, Luis ich wünschte es wäre einfacher.

Dienstag, 13. August 2013

Grins mich an

Ich will dich nicht mehr sehen. Dein schiefes Grinsen macht mich ganz wahnsinnig.
Ich will dich nicht mehr hören. Deine blöde Stimme macht mich ganz wahnsinnig
Ich will dich nicht mehr riechen. Dein komischer Geruch macht mich ganz wahnsinnig.
Ich will dich nicht mehr schmecken. Dein intensiver Geschmack macht mich ganz wahnsinnig.
Aber vor allem will ich dich nicht mehr fühlen. Deine Berührungen auf meiner Haut bringen mich durcheinander.