Dienstag, 30. April 2013

ohweh

ich sitze bei meiner besten freundin auf der fensterbank und gucke in den himmel. sie ist verliebt, das erste mal in ihrem leben, ich sehne mich nach dem gefühl, welches sie gerade haben muss, und bin fast ein bisschen neidisch auf ihre glänzenden augen.
die frische luft kriecht langsam durch ihr zimmer und lässt sich überall nieder, sie sitzt auf ihrem bett und sorgt für den soundtrack, der meine gedankengänge begleitet.
mein handy vibriert. "hallo?" eigentlich bin ich mir sicher das jonah am anderen ende der leitung ist, umso überraschter bin ich, als deine raue stimme in meinen ohren klingt.
du fragst ob ich lust habe zu dir zu kommen, du bist gerade nachhause gekommen, scheiß tag gehabt murmelst du, vielleicht auf ein bier?!. ich fühle mich scheiße als ich zusage aber gleichzeitig auch irgendwie total gut.
ich mag dein zimmer, irgendwie beruhigt es mich, es ist ein ähnliches gefühl wie bei meiner therapeutin, hier kann ich ganz ich sein ohne mir einen blöden kommentar anhören zu müssen.
heute schlafen wir nicht miteinander, du erzählst von deiner arbeit als zimmermann und lässt mich alles loswerden, was in meinem kopf herumschwirrt. wir trinken bier und kiffen, ich hätte niemals geahnt, dass ich dir mal so nah sein werde, nicht auf körperlicher sondern auf geistiger ebene.
du streichst mir über den kopf als wir darüber reden, dass du bald in einem anderen land leben wirst, ganz weit weg von unserer stadt, diesem leben was du hier führst, wo ich hineingestolpert bin.
ich bin traurig bei dem gedanken, irgendwie hat sich diese ganze sache zu weit mehr entwickelt als ich je zu glauben vermag habe.
als ich gehe küsst du mich auf die stirn, so wie jonah es gerne tut.
ich sitze mit glänzenden augen im bus auf dem weg nachhause, so glänzend wie die meiner besten freundin, nein, ich bin nicht in dich verliebt, ich bin in das gefühl verliebt, dass jemand anders mich genau so mag wie ich bin.
mein handy vibriert. jonah ist dran. "sehen wir uns morgen?"

Sonntag, 28. April 2013

wenn die sonne aufgeht

ich taumele an den rand, zu viel alkohol, zu wenig schlaf, zu wenig essen.
ihr tanzt so schön, es wird langsam leerer.
ich krame meinen tabak hervor um mir eine zu drehen, blättchen alle, so ein mist.
der junge mann neben mir hat mein hektisches gesuche mitbekommen und hält mir ein blättchen unter die nase. er ist nicht gerade das, was ich unter einem hübschen mann verstehe aber irgendwie besonders, seine zahnlücke gefällt mir. wir gehen nach draußen, wo langsam die sonne aufgeht.
er erzählt mir irgendetwas, ich höre nicht richtig zu, aber seine raue stimme ist musik in meinen ohren.
es stellt sich heraus, dass wir in die selbe richtung müssen, wir klauen noch ein paar bier beim unfreundlichen dönermann um die ecke und laufen durch die menschenleeren straßen.
ich klicke mich durch deinen ipod, netter musikgeschmack, je länger der weg dauert, desto schöner finde ich dich. wir reden über gott und die welt, ganz vertraut als würden wir uns ewig kennen.
als ich ein paar tage später in deinem bett liege fühle ich mich schlecht.

Mittwoch, 3. April 2013

regnheroifvbn

...but food won't fill the emptiness inside of me, I'm hungry just for you.


du weinst als du meinen brief liest, dicke tränen bahnen sich dein gesicht herunter und verschwinden in deinem bart. ich würde auch gerne weinen aber ich kann nicht, denn wenn du bei mir bist geht es mir gut. ich frage mich, wie oft wir schon an dem punkt waren, wo es nicht weiterging. liebe ist grausam. ich will nicht gehen aber ich weiß, dass ich muss, ich reiche dir nicht mehr. du hast dich in mein gesundes und nicht in mein krankes ich verliebt. ich gehe die straßen herunter und fühle mich auf einen schlag sehr einsam. ich weiß, dass ich ab und an zu viel von dir erwartet habe und kann mir auch vorstellen, dass es sehr ernüchternd ist, wenn man einen menschen liebt, der an magersucht und depressionen leidet und dem man nicht helfen kann.
und wenn das nun der punkt ist, an dem es nicht mehr tragbar ist, dann muss ich wohl oder übel damit leben. ich hätte niemals gedacht, dass meine krankheit mir auch noch das letzte positive, was sie mir gelassen hat, stiehlt. es ist egal. es ist das leben und das ist ja bekanntlich richtig scheiße.