Mittwoch, 4. Dezember 2013

Blaue Finger

Ich verliere mich. Die Tage und Wochen ziehen vorbei wie Wolken an windigen Tagen, wenn sich ein Gewitter zusammenbraut. Ich sitze am Fenster und schaue diesem Spektakel zu, mir ist kalt, dabei halte ich die Fenster geschlossen und die Heizungsluft trocknet meine haut aus.

Ich schlafe mit Männern in der Hoffnung mich selbst wieder zu finden, mich begehrenswert und wieder ganz zu fühlen, aber es passiert nicht.
Ich lasse diese Männer in mein leben, sie mich in ihres. Sie erzählen mir von ihren Problemen und ich höre zu. Ich bin da und lächele ihnen zu, versichere ihnen, dass es mir gut geht. Ich nehme mir ihrer sorgen an und hoffe insgeheim, dass ich mich besser fühle wenn ihre Laster gelöst sind. Aber das ist nicht der fall. Mir geht es nicht besser, ganz im Gegenteil, all diese Männer können Hilfe annehmen, sich fallen lassen, ihr leben besser machen und ich gebe ihnen Ratschläge die sie befolgen, die ich selber nicht annehmen kann. Irgendwann stehen sie lächelnd vor mir und erzählen mir was sie alles tolles erreicht haben, nur mit meiner Hilfe und dass sie sich aber neben mir klein fühlen, dass ich emotional einfach zu weit bin, dass ich zu gut bin, dass sie mit mir befreundet bleiben wollen.  Und ich sitze da, emotionslos, schlafe ein letztes mal mit ihnen und schaue in die Gewitterwolken. Anrufe und Nachrichten beantworte ich grundsätzlich nett. Ich sage, dass es mir gut geht, versichere, dass ich zugenommen habe und alles in die richtige Richtung läuft während ich auf dem weg auf die Intensivstation bin um meinen Vater zu besuchen oder beim Psychiater im Wartezimmer sitze, hoffend, dass er nichts vom Gewichtsverlust mitbekommt damit ich weiterhin mein ritalin verschrieben bekomme.

Dann beginne ich zu trinken, um alles wegzuspülen, ich bin die die am lautesten lacht, die die am längsten tanzt, die die so glücklich wirkt. Dabei bin ich einfach nur leer, leer und einsam. Die Wolken ziehen weiter und die Sonne blinzelt hindurch, ich ziehe die Vorhänge zu.

Mittwoch, 18. September 2013

auf wolken gehen

und dann ist es wieder da. das gefühl auf das ich die ganze zeit gewartet habe ist wieder da. das gefühl, für das ich sterben würd. es lässt mich alles vergessen. jede enttäuschung, jeder streit, alles was sich mir in den weg stellt, ist wie weggeblasen. die strapazen, um dieses gefühl zu bekommen scheinen winzig klein. die bauchschmerzen, der brummende kopf, die kälte, die diskussionen, die lügen, alles egal.
ich kann laufen ohne den boden zu berühren, hoch springen und die wolken anfassen, alles scheint möglich.
mir geht es gut, besser als gut, ich bin aufgeregt und will die ganze welt umarmen.
ich weiß nicht, ob ich das jemals loslassen kann. warum hat etwas so hässliches eine so schöne seite?

Montag, 16. September 2013

monster

ich wünschte ich könnte etwas schönes, positives schreiben, aber das kann ich nicht. leider gar nicht. ich atme noch, ich bin noch, aber dieses ich ist irgendwie nicht wirklich ich. es fühlt sich an als würde ich mein eigenes leben träumen und soviel steht fest, wenn es ein traum wäre, wäre es ein alptraum. die monster in meinem kopf denken gar nicht daran mich in ruhe zu lassen und mittlerweile, beginne ich ihre anwesenheit zu genießen, aus dem einfachen grund, dass sie sonst jeden in die flucht gejagt haben. ich bin allein. ich, die mit den terminplanern voller namen, immer eine verabredung oder zwei oder drei, ich bin einsam. nun sind alle weg. tagein tagaus warte ich, ich warte das irgendwer vorbei kommt und sich neben mich legt, einfach nur atmet und da ist aber es kommt niemand. und es wird auch niemand kommen. denn ich bin teil der monster geworden, und niemand, wirklich niemand, will ein monster um sich herum haben.

http://www.youtube.com/watch?v=JvTVuMzQXTM

Freitag, 30. August 2013

liebe anorexie

meine liebe ich denke es ist an der zeit getrennte wege zu gehen. wir haben viel füreinander getan und es wäre gelogen wenn ich behaupten würde, dass ich deine anwesenheit nicht genossen habe, denn du hast mir auch viel gegeben, doch ich glaube es ist der punkt erreicht, wo ich durch unsere verbindung immer mehr aufgeben muss und das mag ich nicht mehr. ich will nicht alles für dich aufgeben. klar, du bist mir sehr wichtig und wirst mir fehlen aber ich musste feststellen das ich so nicht weiter komme. ich wünschte es wäre machbar dich bei mir zu behalten und trotzdem nicht alles andere aufzugeben aber irgendwie scheint das ja nicht möglich zu sein. es fällt mir mehr als schwer deine hand loszulassen, ich fühle mich oft einsam, auch unter leuten, und will nach dir rufen, mich in deine arme werfen aber ich wüsste das du mich dann nicht wieder loslassen würdest. also mach es gut, ich hoffe du vergisst mich nicht, aber hör auf es zu versuchen dich wieder in mein leben zu drängen. adieu.

Dienstag, 27. August 2013

luisluisluis

"Komm Elsa, schnell" wir laufen durch die schillernde Nacht, ich taumele, freue mich aufs tanzen. Heute ist luisunddenganzenstressvergessentag. Lene hat ihren teuren Wein geopfert, wir saßen bei ihr, haben das Feuerwerk angeguckt und Männer verflucht, dann sind wir zu einer wg Party und nun laufen wir zum Club. Heute geht es mir recht gut. ich habe etwas zu wenig gegessen, aber immerhin etwas herunter bekommen. ich hoffe weder luis noch jonah im club zu treffen als wir die gasse hinunter laufen. je näher wir kommen desto schneller werden wir, man kann den bass schon spüren, meine füße sind aufgeregt und wollen die ganze nacht herumzappeln. wir treffen ein paar freunde, rauchen noch einen trinken noch ein bier und lassen uns vom club verschlucken. ich stehe auf der tanzfläche, schließe die augen und fliege. ich fühle mich als würde ich meinen verhassten körper verlassen und er würde weitertanzen, während ich neben ihm schwebe. ich öffne meine augen nach einer halben ewigkeit wieder, lene tanzt neben mir und beugt sich zu mir rüber. "So ein idiot" brüllt sie. ich verstehe nicht was sie mir damit sagen will und lasse meinen blick über die tanzende masse schweifen. "wirklich elsa lass dich nicht ärgern" fügt sie hinzu. nun habe ich komplett den faden verloren. ich dachte es ginge vielleicht um ihren ex freund oder dem kerl mit dem sie ab und an was hat. ich gucke sie fragend an und sehe im selben moment was sie meint. da steht er, einfach so und guckt mich an. er ist alleine da und tanzt nicht, er steht einfach nur da und guckt mich an. nach ein paar unangenehmen momenten in denen wir uns anschauen beschließt mein betrunkenes ich zu ihm rüber zu gehen. "lene ich komme gleich wieder, bleibst du hier bei den anderen? wie lange steht er da schon?" ich deute meinen kopf in luis richtung ohne ihn eines blickes zu würdigen. "eine stunde vielleicht. elsa klärt das mal, das ist doch scheisse so." ich bahne mir durch die menschenmassen meinen weg zu ihm. "was soll das luis?" kein hallo, keine anderen netten floskeln, ja, ich wollte einfach mal eiskalt und lässig sein und ehrlich gesagt finde ich auch wirklich, dass es mir gut gelungen ist, meine stimme hat kaum gezittert obwohl ich mit den tränen gekämpft habe konnte ich einen entspannten gesichtsausdruck wahren. "ich hatte gehofft dich hier zu finden, bier?" mit flaschen bewaffnet laufen wir die treppe runter und gehen raus. es wird schon wieder hell. nach allerlei netten smalltalks mit entfernernten freunden und zwei bier später sitzen wir nebeneinander. "du hast mir unendlich gefehlt elsa. ich kann mir kaum vorstellen das es richtig war die sache zwischen uns zu beenden." während du redest guckst du auf den boden, deine stimme ist belegt und deine hände drehen unbeholfen eine zigarette. "ich habe mich von meiner freundin getrennt, ich will dich wirklich sehr. bitte überleg es dir nochmal." fährst du fort. ich bin überfordert. plötzlich ist alles wieder da. die große angst davor alleine gelassen zu werden, die angst verletzt zu werden, das flaue gefühl im magen. "luis mir geht das alles zu schnell, es macht mir angst, du machst mir angst" ich stehe auf und gehe wieder zu meinen freunden aber das tanzen macht mir nicht einmal mehr halb soviel spass wie davor. ich suche meine sachen zusammen und verabschiede mich von denen, die noch übrig geblieben sind. du sitzt noch immer da, alleine, blickst in den himmel. ich zögere einen moment aber gehe dann doch zu dir. "wollen wir noch ein stück zusammen laufen?" 

Samstag, 17. August 2013

Vielleicht ist es falsch

Und während du mit mir schläfst und mir leise ins Ohr flüsterst dass du mich gut findest, schreibt deine Freundin dir eine klebrig süße SMS.

"Halt den Mund" brülle ich.
Ich will das alles nicht hören. "Hör auf dich so einzumischen, Hör auf mir zu sagen was ich zu tun oder zu lassen habe. Hör einfach auf Luis." Ich fange an zu schluchzten.
"Elsa, ich bin jetzt hier hergekommen um dich abzuholen aber ich kann das nicht weiter mit angucken. Du bist unglücklich und hast wieder abgenommen, aber du tust nichts dagegen."
Ich will das nicht hören. Erst recht nicht jetzt und warum kommen die blöden Tränen?! Wir stehen vorm Club, ich fühle mich unwohl, will in mein Bett, will aufwachen und feststellen das mein ganzes leben nur ein Traum war, feststellen, dass ich eigentlich jemand anders bin, mit einem normalen Kopf und normalem leben.
Ich würde dir gerne so viel sagen, aber mein Kopf lässt es nicht zu, ich kann keinen vernünftigen satz formen, ich kann nur die kalten Tränen spüren, die mir durch mein Gesicht laufen.
Du legst deinen Arm um mich und wir laufen schweigend quer durch die nächtliche Stadt zu dir.
Wir schlafen miteinander obwohl wir beide wissen, dass das nur zu noch mehr Verwirrung sorgt. Ich habe Bauchschmerzen, Luis ich wünschte es wäre einfacher.

Dienstag, 13. August 2013

Grins mich an

Ich will dich nicht mehr sehen. Dein schiefes Grinsen macht mich ganz wahnsinnig.
Ich will dich nicht mehr hören. Deine blöde Stimme macht mich ganz wahnsinnig
Ich will dich nicht mehr riechen. Dein komischer Geruch macht mich ganz wahnsinnig.
Ich will dich nicht mehr schmecken. Dein intensiver Geschmack macht mich ganz wahnsinnig.
Aber vor allem will ich dich nicht mehr fühlen. Deine Berührungen auf meiner Haut bringen mich durcheinander.


Dienstag, 30. Juli 2013

schwere beine

die luft schmeckt nach sommer, ich habe das erste mal seit jahren keinen pulli, keine strickjacke an. meine nackten schultern sind schon etwas braun geworden. es wird langsam dunkel, in meiner tasche klimpern die bierflasche gegeneinander aber ich kann es nicht hören, ich möchte tanzen, die musik in meinen ohren euphorisiert mich. die straßen sind voller menschen, früher hätte ich es gehasst, heute kann ich das lächeln auf ihren gesichtern sehen, ich winke bekannten zu, eigentlich könnte ich auch kurz hinüber gehen aber ich mag nicht, will zu meiner besten freundin, will den wein und das bier aufmachen und später tanzen gehen. wir sitzen in einer netten in ihrem zimmer, kiffen, lachen, trinken wein. die musik bahnt sich ihren weg durch die straßen. dieser abend gehört nur uns, nur mir und mein herz hüpft als es die freiheit spürt.
Doch irgendetwas fehlt. der hunger in meinem bauch, die betrunkenheit vor liebe, das gefühl ein zuhause zu haben.
so gebe ich mich dem alkohol hin, lasse ihn die sehnsucht wegspülen, als ich am nächsten morgen in luis armen aufwache kommt sie wieder und hängt sich an meine ohnehin schon schweren beine.

Montag, 29. Juli 2013

hallo leben

und auf einmal wird man ein paar kilo schwerer wieder zurück in die realität geworfen. alles ist anders und doch wie zuvor, ich schwimme um nicht zu ertrinken. irgendwie liebe ich das leben und verachten tu ichs auch. wir sind alle lebendig, wir sind alle auf der suche nach glück. doch was richtig ist kann mit niemand sagen, alles scheint falsch zu sein. hallo leben, da bin ich wieder, du hast mir gefehlt und gleichzeitig habe ich mich gefreut dich endlich loszusein, hier bin ich jetzt wieder also lass uns das beste draus machen.

Donnerstag, 9. Mai 2013

au revoir

au revoir ihr lieben. ich werde mich hier jetzt erstmal nicht mehr blicken lassen denke ich. morgen ab in die klinik und gesund werden steht an. ich wünsche euch allen nur das allerbeste. ♥

Dienstag, 30. April 2013

ohweh

ich sitze bei meiner besten freundin auf der fensterbank und gucke in den himmel. sie ist verliebt, das erste mal in ihrem leben, ich sehne mich nach dem gefühl, welches sie gerade haben muss, und bin fast ein bisschen neidisch auf ihre glänzenden augen.
die frische luft kriecht langsam durch ihr zimmer und lässt sich überall nieder, sie sitzt auf ihrem bett und sorgt für den soundtrack, der meine gedankengänge begleitet.
mein handy vibriert. "hallo?" eigentlich bin ich mir sicher das jonah am anderen ende der leitung ist, umso überraschter bin ich, als deine raue stimme in meinen ohren klingt.
du fragst ob ich lust habe zu dir zu kommen, du bist gerade nachhause gekommen, scheiß tag gehabt murmelst du, vielleicht auf ein bier?!. ich fühle mich scheiße als ich zusage aber gleichzeitig auch irgendwie total gut.
ich mag dein zimmer, irgendwie beruhigt es mich, es ist ein ähnliches gefühl wie bei meiner therapeutin, hier kann ich ganz ich sein ohne mir einen blöden kommentar anhören zu müssen.
heute schlafen wir nicht miteinander, du erzählst von deiner arbeit als zimmermann und lässt mich alles loswerden, was in meinem kopf herumschwirrt. wir trinken bier und kiffen, ich hätte niemals geahnt, dass ich dir mal so nah sein werde, nicht auf körperlicher sondern auf geistiger ebene.
du streichst mir über den kopf als wir darüber reden, dass du bald in einem anderen land leben wirst, ganz weit weg von unserer stadt, diesem leben was du hier führst, wo ich hineingestolpert bin.
ich bin traurig bei dem gedanken, irgendwie hat sich diese ganze sache zu weit mehr entwickelt als ich je zu glauben vermag habe.
als ich gehe küsst du mich auf die stirn, so wie jonah es gerne tut.
ich sitze mit glänzenden augen im bus auf dem weg nachhause, so glänzend wie die meiner besten freundin, nein, ich bin nicht in dich verliebt, ich bin in das gefühl verliebt, dass jemand anders mich genau so mag wie ich bin.
mein handy vibriert. jonah ist dran. "sehen wir uns morgen?"

Sonntag, 28. April 2013

wenn die sonne aufgeht

ich taumele an den rand, zu viel alkohol, zu wenig schlaf, zu wenig essen.
ihr tanzt so schön, es wird langsam leerer.
ich krame meinen tabak hervor um mir eine zu drehen, blättchen alle, so ein mist.
der junge mann neben mir hat mein hektisches gesuche mitbekommen und hält mir ein blättchen unter die nase. er ist nicht gerade das, was ich unter einem hübschen mann verstehe aber irgendwie besonders, seine zahnlücke gefällt mir. wir gehen nach draußen, wo langsam die sonne aufgeht.
er erzählt mir irgendetwas, ich höre nicht richtig zu, aber seine raue stimme ist musik in meinen ohren.
es stellt sich heraus, dass wir in die selbe richtung müssen, wir klauen noch ein paar bier beim unfreundlichen dönermann um die ecke und laufen durch die menschenleeren straßen.
ich klicke mich durch deinen ipod, netter musikgeschmack, je länger der weg dauert, desto schöner finde ich dich. wir reden über gott und die welt, ganz vertraut als würden wir uns ewig kennen.
als ich ein paar tage später in deinem bett liege fühle ich mich schlecht.

Mittwoch, 3. April 2013

regnheroifvbn

...but food won't fill the emptiness inside of me, I'm hungry just for you.


du weinst als du meinen brief liest, dicke tränen bahnen sich dein gesicht herunter und verschwinden in deinem bart. ich würde auch gerne weinen aber ich kann nicht, denn wenn du bei mir bist geht es mir gut. ich frage mich, wie oft wir schon an dem punkt waren, wo es nicht weiterging. liebe ist grausam. ich will nicht gehen aber ich weiß, dass ich muss, ich reiche dir nicht mehr. du hast dich in mein gesundes und nicht in mein krankes ich verliebt. ich gehe die straßen herunter und fühle mich auf einen schlag sehr einsam. ich weiß, dass ich ab und an zu viel von dir erwartet habe und kann mir auch vorstellen, dass es sehr ernüchternd ist, wenn man einen menschen liebt, der an magersucht und depressionen leidet und dem man nicht helfen kann.
und wenn das nun der punkt ist, an dem es nicht mehr tragbar ist, dann muss ich wohl oder übel damit leben. ich hätte niemals gedacht, dass meine krankheit mir auch noch das letzte positive, was sie mir gelassen hat, stiehlt. es ist egal. es ist das leben und das ist ja bekanntlich richtig scheiße.

Montag, 18. März 2013

warum

"warum?" hast du mich gefragt, nicht einfach nur warum, sondern ein warum, dass in den ohren brennt, ein warum, dass sich minutenlang zieht, ein warum, wie ein schlag in die magenkuhle.
das warum geht nicht, obwohl du längst weg bist und ich mich nicht mehr deinem enttäuschtem, stechendem blick auseinander setzen muss.
ich hätte dir gerne eine antwort gegeben, eine antwort, die die enttäuschung in deinem gesicht verblasst hätte, doch ich hatte keine, nicht eine winzigkleine. nichts.
und nun frage ich mich selber nach dem warum?
aussehen war mir doch nie wirklich wichtig, ich war und bin kein oberflächlicher mensch, es liegt nicht am schlankheitswahn und erst recht nicht an magermodels. aber vielleicht ist gerade da das problem, vielleicht liegt dort der kern, vielleicht ist die antwort so simpel; es fällt leicht, sich mit nichtigkeiten zu beschäftigen, sich dahinter zu verstecken, es fällt leicht, etwas unwichtiges als wichtig zu betiteln und sich tag und nacht damit zu beschäftigen.
ist es das wirklich? ich weiß es nicht. ich weiß auch gar nicht ob ich das wissen möchte. wenn es so wäre würde ich mich schämen. Schämen dafür, dass ich krank geworden bin, nur weil ich die augen schließen wollte, vor dingen die wichtiger und auch komplizierter sind.
ich würde dich das gerne wissen lassen, dich anrufen oder vorbei kommen, aber ich lasse es. ich bleibe hier sitzen und schäme mich.

Dienstag, 12. März 2013

don't go i'll eat you up - i love you so

vielleicht ist das alles nicht so wild. 
alles was ich weiß, ist, das ich lebe, mehr als nur exestieren, leben halt, mit allem was dazugehört und irgendwie macht mich das glücklich.
ich habe hunger auf mehr davon, leben und glücklich sein. 

 

Mittwoch, 13. Februar 2013

vorhang auf

"[...]wie geht es dir meine liebe? tut mir leid, dass ich mich so selten melde, ich weiß du könntest mich bestimmt gerade gut gebrauchen aber ich habe momentan einfach soviel zu tun[...]"
gelöscht.
ich muss schlucken, ich kann es einfach nicht leiden, dieses geheuchele. egal wo ich hinschaue, egal mit wem ich mich treffe oder mit wem ich anderweitig kontakt habe, langsam habe ich es verstanden - sie spielen sich selber in dem drama das den namen leben trägt und sobald ihr theaterstück auf das, eines anderen trifft, wo dieser andere die hauptrolle spielt, ändern sie ihren part ab. angefangen bei der wortwahl, bis hin zur intention ihrer person. aus himmelhoch jauchzend wird innerhalb von sekunden zu tode betrübt, aus einem egoistischen menschen wird ehe man mit der wimper zucken kann verwandelt sich dieser in eine unfassbar selbstlose person. ich verstehe das nicht. warum eine rolle spielen, wenn man auch sein kann wie man möchte? warum presst man sich selbst in eine unnatürliche form, wenn man sich genau so gut aus allen charaktereigenschaften die man hat, eine eigene figur entwickeln kann?

Samstag, 2. Februar 2013

klinik

ich hatte vor ein paar tagen meinen ersten termin in der klink. ich habe mich zuvor oft mit meiner therapeutin über das thema gestritten, ich fühle mich nicht krank genung für eine klinik, nicht dünn genug für eine essstörung, nicht niedergeschlagen genug für depressionen. ich weiß nicht, ob ich meine "essstörung" schon loslassen möchte, sie gibt mir viel, sie hat mir zwar auch viel genommen, eigentlich zu viel, aber da ich das alles nicht zurück erlangen kann, muss ich doch eigentlich an ihr festhalten?1 ich bin hin- und hergerissen. ich habe große angst aber jetzt gibt es kein zurück mehr. in zwei monaten werde ich in die klinik gehen. das gespräch dort war sehr gut, gerade vor dem hintergrund dass ich nun anfange l-tyroxin gegen meine schilddrüsenerkrankung einzunehmen, muss sich mein essverhalten stabilisieren. nunja, wen es interessiert meine Diagnose lautet : atypische Anorexie mit depressiver Dekompensation. atypisch weil mein bmi bei 19.2 liegt und ich noch meine tage bekomme. als ich den brief meiner therapeutin an den weiterbehandelnden arzt in der klinik las musste ich schlucken. ich hatte ganz verdrängt das ich wirklich fast 40 kilo innerhalb des letzten dreivirtel jahres abgenommen habe. irgendwie ein sehr informativer post, aber ich wollte das mal einfach so runter schreiben um es selber zu realisieren und mir vielleicht mal meiner gefühle etwas klarer zu werden. irgendwie bin ich momentan einfach nur leer.

Mittwoch, 23. Januar 2013

getagged

 Vielen dank liebe cheer und liebe tamara das ihr mich nicht vergessen habt, obwohl ich aus gesundheitlichen gründen länger nicht hier war.

1. Habt ihr Angst vor dem Tod? (+Begründung)
Nein, Angst vor dem Tod an sich habe ich nicht, eher vor dem Weg dorthin, vor schwäche und hilflosigkeit

2. Was war eure schönste Erinnerung in der Kindheit? 
 ich habe sehr viele schöne aber auch schlechte erinnerungen an meine kindheit, die schönste oder die schlechteste kann ich gar nicht genau benennen.

3. Ist euch eure Familie oder eure Freunde wichtiger?
ich bin sehr froh, dass ich mich noch nie für eines von beidem entscheiden musste, meine familie ist mir auf eine komplett andere art und weise wichtig als meine freunde.

4. Kann man in zwei Menschen verliebt sein?
finde ich schwierig. verliebt sein vielleicht nicht direkt, aber man kann eine person lieben (beispielsweise nach einer langen partnerschaft) und gleichzeitig in eine andere person verliebt sein.

5. Wie reagiert ihr, wenn ihr in ein Gespräch verwickelt werdet, wo es über Essen/Gewicht/SVV geht?
Zu aller erst fühle ich mich unwohl, viele meiner bekannten und freunde wissen oder ahnen (aufgrund des unübersehbaren gewichtsverlusts und dem fernbleiben von der schule) das ich in dem punkt selbst betroffen bin, jedoch habe ich mir auch vorgenommen relativ offen mit dem thema umzugehen, dieses ewige versteckspiel kostet mir zu viel nerven, außerdem möchte ich gerne freunde davor bewahren, dieselben fehler zu machen wie ich.

6. Mit wie viel Prozent (ca.) von euren Facebook Freunden seid ihr wirklich befreundet? oder sprecht mit denen?
Gegenfrage, wo hört miteinander bekannt sein auf und wo fängt freundschaft an? ich kenne alle meine facebookfreunde persönlich und wenn ich sie treffe wechsel ich mit ihnen auch das ein oder andere wort, befreundet würde ich das trotzallem nicht nennen.

7. Glaubt ihr, dass euch das Bloggen hilft? oder eher im gegenteil zum negativen triggert?
Wenn ich mich mal zum bloggen aufraffen kann, dann hilft es mir doch sehr, leider bin ich in letzter zeit aber kaum motiviert.

8. Würdet ihr für jemand anderen sterben? wenn ja, für wen?
Ich denke, dass das auf die Situation ankommt, in einigen fällen mit sicherheit auch für fremde, auf jeden fall jedoch für meinen bruder, meine besten freunde und mein babysitterkind.

9. ihr könntet in jede stadt der welt hinziehen, wohin würde es gehen?
das skurrile an dieser frage ist, das wir das wirklich können, es jedoch nur die wenigsten machen. Ich denke mich würde es nachskandinavien ziehen.

10. euer größter lebenswunsch?
ich wünsche mir das ich noch viel erleben darf, eines tages mit mir selbst im reinen bin und zufriedenheit.

11. Was hält euch am Leben? (bitte sagt nicht 'nichts'. ich meine ihr seid ja noch da.)
ich möchte die welt mit einem lachenden und einem weinenden auge verlassen, ich bin zu jung um zu gehen, wer weiß was noch alles kommt. also könnte man es vielleicht "neugierde" nennen.



1. Bist du verliebt?
Huh, ich denke schon, ja
 
2. Hörst du grade Musik? Wenn ja, welches Lied?
3. Was findest du am besten an dir?
Also an äußerlichkeiten mag ich meine ohren am liebsten, die sind durchschnittlich, an eigenschaften mag ich meinen tiefgang.
 
4. Glaubst du an das Leben nach dem Tod?
So schön die vorstellung auch ist, nein. 
 
5. Wie lange bloggst du schon?
keine ahnung, ich weiß es nicht. ich habe ja schon des öfteren alles gelöscht was ich schrieb.
 
6. Mit wieviel Jahren hattest du deine erste Beziehung?
mit zarten 12 oder 13 jahren, hielt sogar fast ein halbes jahr glaube ich
 
7. Geschwister?
ja, einen bruder habe ich, er ist anderthalb jahre älter als ich.
 
8. Was ist deine größte Angst?
die menschen zu verlieren, die mir die welt bedeuten.
 
9. Wo würdest du am liebsten wohnen?
skandinavien
 
10. Dein Lieblingslied?
habe ich absolut nicht. 
 
11. Machst du Sport?
momentan nicht. krankheitsbedingt.



10 Fakten über mich

1. Ich hätte mir vorhin beinahe die haare abrasiert, weil ich diese ewige oberflächlichkeit der menschheit nicht leiden kann
2. Ich esse seit zirka 11 jahren kein fleisch mehr.
3. Ich lebe hauptsächlich vegan.
4. Fotos selber entwickeln ist meiner meinung nach der schönste zeitvertreib wenn man allein sein will.
5. Ich koche unheimlich gerne
6. Egal wen ich zu mir einlade, jeder, der das erste mal bei mir ist, guckt sich erst die fotos an der wand an,    durchstörbert dann meine plattensammlung, dann schaut er meine bücher durch und zu aller letzt wirft er ein Blick in "für immer jung" (Jubiläumsausgabe des deutschen jugend fotopreises)
7. Ich habe begonnen ein buch zu schreiben
8. Mein bruder ist vor ein paar tagen für ein halbes jahr ins ausland gegangen, ich vermisse ihn schrecklich
9. Ich habe einen hund
10. ich finde "rundliche" frauen objektiv betrachtet sehr viel schöner als sehr dünne frauen.


Meine Fragen

1 Welchen ort sollte jeder mensch deiner meinung nach vor seinem tod besucht haben?
2 Wie würdeste du eine person in 3 worten beschreiben, die das exakte gegenteil von dir ist?
3 Wenn du etwas in deiner vergangenheit ungeschehen machen könntest, was wäre das?
4 Was war die "längste minute" die du in deinem bisherigen leben überstehen musstest?
5 Was ist dir wichtiger, freiheit oder sicherheit?
6 Was sind deine 3 negativsten und deine 3 positivsten charaktereigenschaften?
7 Was verstehst du unter einem erfüllten leben?
8 Wie würde der titel eines buches über dein leben lauten?
9 Meinst du, dass du dich mit einem exakten klon deiner selbst verstehen würdest?
10 Was macht dich so richtig wütend?

und ich tagge folgende personen:
Cheer
Tamara. 
N.†
Emily-Elena
captivated












Montag, 7. Januar 2013

"elsa meinst du du wärst nicht so unglücklich, nicht so, hm ja wie soll ich das sagen, also, ja, doch, krank, wenn deine familie normaler wäre?"
ich muss schlucken. ist es denn so offensichtlich das ich krank und meine familie unnormal ist? bin ich denn so unglücklich?
"ich weiß es nicht, ich glaube das ist schwer zu sagen, ich wurde in dieses leben herein geboren und kann mir nicht vorstellen wie sich andere umstände angefühlt hätten.." antworte ich zögerlich. ich mag es mit dir zu sprechen, dennoch habe dich das gefühl das mir dieses gespräch zu tief unter die haut geht, somit nehme ich einen großen schluck aus meinem weinglas.
"gesetzt den fall deine eltern hätten sich früher getrennt oder dein bruder wäre ein anderer mensch... was empfindest du bei diesem gedanken? findest du ihn schön oder eher nicht?"
wow. was soll ich dazu sagen. ich wollte nie selbstsüchtig sein und habe immer versucht meine bedürfnisse hinten anzustellen. natürlich habe ich mir als kind oft heimlich gewünscht das mein bruder nicht so ein problemkind wäre aber er war es halt. natürlich habe ich mir früher oft heimlich gewünscht, dass meine eltern aufhören zu streiten und getrennte wege gehen anstatt sich gegenseitig das leben schwer zu machen, aber ich wusste das sie es, obwohl es weder mir noch meinem bruder gut tat, nur uns zuliebe zusammen blieben, also habe ich es akzeptiert und versucht es positiv zu sehen.
"ich weiß es wirklich nicht, ich denke deine frage ist schwer zu beantworten. so krank und so unglücklich bin ich gar nicht, ich werde gerade wieder gesund und zufrieden, außerdem ist das meine sache, meine schwäche, nicht die meiner familie"

hin oder her

ich lebe zur zeit sehr sprunghaft. in einem moment bin ich antrieblos und müde, im nächsten wieder unternehmungslustig und voller tatendrang, ich gehe unter leute und wenn ich dann dort bin, wünschte ich zuhause geblieben zu sein und andersherum, im einen moment bin ich zutiefst depressiv und im darauf folgenden kann ich alles vergessen. auf lachen folgt weinen, auf trauer folgt freude, auf zufriedenheit folgt unzufriedenheit. das ganze wirkt sich nun auch aufs essen aus. mal denke ich gesund zu essen ist wundervoll und fange an gemüse zu schneiden und koche mir etwas wirklich tolles und wenn alles fertig ist fange ich an zu weinen weil ich mich so dick fühle und esse doch nichts. wann hört das auf?