Montag, 7. Januar 2013
hin oder her
ich lebe zur zeit sehr sprunghaft. in einem moment bin ich antrieblos und müde, im nächsten wieder unternehmungslustig und voller tatendrang, ich gehe unter leute und wenn ich dann dort bin, wünschte ich zuhause geblieben zu sein und andersherum, im einen moment bin ich zutiefst depressiv und im darauf folgenden kann ich alles vergessen. auf lachen folgt weinen, auf trauer folgt freude, auf zufriedenheit folgt unzufriedenheit. das ganze wirkt sich nun auch aufs essen aus. mal denke ich gesund zu essen ist wundervoll und fange an gemüse zu schneiden und koche mir etwas wirklich tolles und wenn alles fertig ist fange ich an zu weinen weil ich mich so dick fühle und esse doch nichts. wann hört das auf?
Montag, 17. Dezember 2012
sonnenkind
"es gibt tage an denen sind meine schatten so viel größer als ich, das sie mir egal wie hoch ich springe, egal wie schnell ich laufe, die sonne wegnehmen. sie sind schneller weil sie überall sind, sie sind so groß." auszug eines tagebucheintrags vom 26.07.2001
mir war nicht bewusst, das ich schon damals so war.
mir war nicht bewusst, das ich schon damals so war.
"nun, wie stellen sie das vor? vielleicht ist es an der zeit für sie sich mal mit ihren ängsten, wünschen und träumen zu beschäftigen. ich würde sie bitten bis zum nächsten mal aufzuschreiben, was ihnen angst macht, wovon sie träumen und was sie sich wünschen, sie können das als eine art vorhaben für das neue jahr sehen."
und im augenblick sitze ich hier vor meinem leeren blatt, die aufgabe klang leichter als sie ist.
Ich verstehe mich doch momentan selbst nicht mehr, wie soll ich dann jemandem anders die möglichkeit geben meine kopfwelt nachzuvollziehen.
die menschen erwarten von mir das ich krank bin weil es auf dem papier steht, es wird erwartet das ich nichts esse, immerhin habe ich ja eine essstörung, es wird erwartet das ich schlecht gelaunt bin, immerhin habe ich ja depressionen. ich bin nicht mehr als eine hässliche krankheit. niemand sieht mich mehr als mensch, ich bin diese ekelerregende krankheit, die egal wohin sie geht schatten, mitleid und traurigkeit auslöst. ist dieses leben noch lebenswert?
ich bin es leid, manchmal wäre ich glücklicher, würde mir nicht permanent das gefühl übermittelt werden, dass es nichts beachtenswertes mehr an mir gäbe außer meine Probleme mit mir selber.
und im augenblick sitze ich hier vor meinem leeren blatt, die aufgabe klang leichter als sie ist.
Ich verstehe mich doch momentan selbst nicht mehr, wie soll ich dann jemandem anders die möglichkeit geben meine kopfwelt nachzuvollziehen.
die menschen erwarten von mir das ich krank bin weil es auf dem papier steht, es wird erwartet das ich nichts esse, immerhin habe ich ja eine essstörung, es wird erwartet das ich schlecht gelaunt bin, immerhin habe ich ja depressionen. ich bin nicht mehr als eine hässliche krankheit. niemand sieht mich mehr als mensch, ich bin diese ekelerregende krankheit, die egal wohin sie geht schatten, mitleid und traurigkeit auslöst. ist dieses leben noch lebenswert?
ich bin es leid, manchmal wäre ich glücklicher, würde mir nicht permanent das gefühl übermittelt werden, dass es nichts beachtenswertes mehr an mir gäbe außer meine Probleme mit mir selber.
Sonntag, 9. Dezember 2012
lebenszeichen
ich wollte mich nur einmal melden, falls das hier irgendwer liest und sich gewundert hat, ja ich lebe noch. ich habe etliche male das bedürfnis gehabt hier etwas nieder zu schreiben, doch die worte gehorchten mir nicht, ich habe es nicht geschafft einen einzigen satz zu formulieren, nun, der erneute versuch etwas einigermaßen sinnvolles, nachvollziehbares zu schreiben.
die letzten tage und wochen waren anstrengend. meine therapeutin möchte, dass ich in eine klinik oder eine betreute wohngruppe gehe, ich weiß nicht was ich davon halten soll. meine depressionen sind schlimmer als jemals zuvor, ich wache mit tränen in den augen auf, habe grausame albträume, die kleinsten kleinigkeiten werfen mich aus der bahn, meine augen sind so schwer, ich möchte nur noch schlafen, ich habe das gefühl nicht in meinem körper zu stecken, ich bin ein stiller, machtloser beobachter meines eigenen lebens, alles tut weh und ich bin kaputt, so unendlich kaputt. ich gehe nicht mehr in die schule, ich habe ein stück weit aufgegeben, mich aufgegeben. die suche nach dem sinn hat aufgehört, ich fühle mich wie ein reh, ich laufe über die autobahn, laufe um zu überleben doch auf dem mittelfahrstreifen verlässt mich der mut, die lichter sind zu hell, die autos zu schnell und zu laut, zum umdrehen ist es zu spät, zum weiterrennen fehlt mir der mut, also stehe ich dort auf dem mittelstreifen und warte darauf, das jemand anders mir die entscheidung abnimmt, das ein autofahrer mich ubersieht und die scheinwerfer zu nahe kommen.
ich habe jonah seit 2 wochen nicht gesehen, ich will ihn bei mir haben aber ich tue ihm weh und das will ich nicht. ich mache mich kaputt und er soll nicht auch noch daran zerbrechen. wir wissen beide, das er am liebsten meine hand halten würde, doch ich liebe ihn zu sehr um ihm das anzutun.
am freitag habe ich mich seit langem einmal wieder aus meinem bett getraut, die frische luft in meinen lungen hat mir gefehlt, ich wollte sie einsaugen und nicht wieder gehen lassen, ein stück von ihr werden. ich traf meine freunde und wir besuchten eine der kuriosesten partys auf der ich jemals gewesen bin. eine wg party, vielleicht hat schon einmal jemand von dieser aktion gehört, das gebäude, die leer stehen, jedoch zu schade sind um abgerissen zu werden, wie beispielsweise schulen oder bibliotheken, von wgs für wenig geld angemietet werden können, diese verpflichten sich damit, das gebäude zu beschützen und im gegenzug dafür müssen sie kaum miete bezahlen. lange rede kurzer sinn, die party fand in einer ehemaligen grundschule statt, in der ein bekannter mit fünf mitbewohnern residiert. unglaublich viel platz, unglaublich viele leute, unglaublich laute musik. ich habe getanzt und mich frei gefühlt, ein junger mann hielt mir nach vielen stunden in denen ich mich im bass verloren hatte, eine zigarette vor die nase und sah mich fragend an, ich folgte ihm, wir setzten uns in eine ecke und qualmten um die wette. er hatte dunkeles haar, einen dichten bart in seinem drahtigen gesicht, seine arme waren von tattoos bedeckt, eines gefiel mir ganz besonders gut, eine leichtbekleidete sehr frau, auf dem ast eines baumes eine zigarette im mundwinkel. er erzählte mir, das dieses tattoo eine abbildung einer fotografie ist, die junge frau soll seine schwester darstellen, sie ist vor einem jahr an leukämie gestorben. desweiteren erzählte er, das er nun humanmedizin studiert, damit nicht noch mehr menschen, einen so grausamen tod sterben müssen. ich glaube er hatte tränen in den augen. ich hätte mich gern länger mit ihm unterhalten, für ihn war ich ein unbeschriebenes blatt, einfach irgendein mädchen, nicht diejenige, die sich selber einen so grausamen tod wünschte. doch meine beste freundin unterbrach unser gespräch, zu allem übel habe ich vergessen wo ich den zettel mit seiner telefonnummer gelassen habe...
den samstag verbrachte ich verkatert in k.'s bett.
mit leichten fingern streichst du mir über die nackte schulter, ich spüre deine finger kaum, aber es beruhigt mich zu wissen das sie da sind. noch lebe ich, denke ich und schließe die augen. "k., ich will nicht das du gehst" höre ich mich sagen. einen moment lang fühlt es sich so an, als hätte ich mich damals für dich und gegen jonah entschieden, als wären wir ein pärchen und ich weiß nicht was ich bei diesem gedanken fühlen soll. du seuftzt. "ich will dich auch nicht alleine lassen elsa" "Dann bleib doch eifach in der stadt" ich weiß, dass das nicht geht, aber ich will es sagen und von dir hören, dass es nicht geht. "komm doch einfach mit" sagst du und grinst mich an. du stehst ruckartig auf und wirfst mir einen pulli zu. "ich will dir was zeigen". du ziehst mich hinter dir her nach draußen. es schneit.
die letzten tage und wochen waren anstrengend. meine therapeutin möchte, dass ich in eine klinik oder eine betreute wohngruppe gehe, ich weiß nicht was ich davon halten soll. meine depressionen sind schlimmer als jemals zuvor, ich wache mit tränen in den augen auf, habe grausame albträume, die kleinsten kleinigkeiten werfen mich aus der bahn, meine augen sind so schwer, ich möchte nur noch schlafen, ich habe das gefühl nicht in meinem körper zu stecken, ich bin ein stiller, machtloser beobachter meines eigenen lebens, alles tut weh und ich bin kaputt, so unendlich kaputt. ich gehe nicht mehr in die schule, ich habe ein stück weit aufgegeben, mich aufgegeben. die suche nach dem sinn hat aufgehört, ich fühle mich wie ein reh, ich laufe über die autobahn, laufe um zu überleben doch auf dem mittelfahrstreifen verlässt mich der mut, die lichter sind zu hell, die autos zu schnell und zu laut, zum umdrehen ist es zu spät, zum weiterrennen fehlt mir der mut, also stehe ich dort auf dem mittelstreifen und warte darauf, das jemand anders mir die entscheidung abnimmt, das ein autofahrer mich ubersieht und die scheinwerfer zu nahe kommen.
ich habe jonah seit 2 wochen nicht gesehen, ich will ihn bei mir haben aber ich tue ihm weh und das will ich nicht. ich mache mich kaputt und er soll nicht auch noch daran zerbrechen. wir wissen beide, das er am liebsten meine hand halten würde, doch ich liebe ihn zu sehr um ihm das anzutun.
am freitag habe ich mich seit langem einmal wieder aus meinem bett getraut, die frische luft in meinen lungen hat mir gefehlt, ich wollte sie einsaugen und nicht wieder gehen lassen, ein stück von ihr werden. ich traf meine freunde und wir besuchten eine der kuriosesten partys auf der ich jemals gewesen bin. eine wg party, vielleicht hat schon einmal jemand von dieser aktion gehört, das gebäude, die leer stehen, jedoch zu schade sind um abgerissen zu werden, wie beispielsweise schulen oder bibliotheken, von wgs für wenig geld angemietet werden können, diese verpflichten sich damit, das gebäude zu beschützen und im gegenzug dafür müssen sie kaum miete bezahlen. lange rede kurzer sinn, die party fand in einer ehemaligen grundschule statt, in der ein bekannter mit fünf mitbewohnern residiert. unglaublich viel platz, unglaublich viele leute, unglaublich laute musik. ich habe getanzt und mich frei gefühlt, ein junger mann hielt mir nach vielen stunden in denen ich mich im bass verloren hatte, eine zigarette vor die nase und sah mich fragend an, ich folgte ihm, wir setzten uns in eine ecke und qualmten um die wette. er hatte dunkeles haar, einen dichten bart in seinem drahtigen gesicht, seine arme waren von tattoos bedeckt, eines gefiel mir ganz besonders gut, eine leichtbekleidete sehr frau, auf dem ast eines baumes eine zigarette im mundwinkel. er erzählte mir, das dieses tattoo eine abbildung einer fotografie ist, die junge frau soll seine schwester darstellen, sie ist vor einem jahr an leukämie gestorben. desweiteren erzählte er, das er nun humanmedizin studiert, damit nicht noch mehr menschen, einen so grausamen tod sterben müssen. ich glaube er hatte tränen in den augen. ich hätte mich gern länger mit ihm unterhalten, für ihn war ich ein unbeschriebenes blatt, einfach irgendein mädchen, nicht diejenige, die sich selber einen so grausamen tod wünschte. doch meine beste freundin unterbrach unser gespräch, zu allem übel habe ich vergessen wo ich den zettel mit seiner telefonnummer gelassen habe...
den samstag verbrachte ich verkatert in k.'s bett.
mit leichten fingern streichst du mir über die nackte schulter, ich spüre deine finger kaum, aber es beruhigt mich zu wissen das sie da sind. noch lebe ich, denke ich und schließe die augen. "k., ich will nicht das du gehst" höre ich mich sagen. einen moment lang fühlt es sich so an, als hätte ich mich damals für dich und gegen jonah entschieden, als wären wir ein pärchen und ich weiß nicht was ich bei diesem gedanken fühlen soll. du seuftzt. "ich will dich auch nicht alleine lassen elsa" "Dann bleib doch eifach in der stadt" ich weiß, dass das nicht geht, aber ich will es sagen und von dir hören, dass es nicht geht. "komm doch einfach mit" sagst du und grinst mich an. du stehst ruckartig auf und wirfst mir einen pulli zu. "ich will dir was zeigen". du ziehst mich hinter dir her nach draußen. es schneit.
Donnerstag, 15. November 2012
sms
"elsa ich will nicht mehr ohne dich, es geht einfach nicht, ich liebe dich einfach zu sehr. ich liebe es wie du gehst, wie du stehst, wie du lachst, wie du schläfst, wie du meckerst wenn dir etwas nicht passt, wie tanzt wenn es dir gut geht, wie du grummelst wenn morgens der wecker klingelt, wie du deinen kaffee trinkst, wie du mir meine pullis klaust die dir eh besser stehen als mir, wie du träumst von einer besseren welt, wie du redest, manchmal auch im schlaf und wie du laut mitsingst wenn ein lied läuft das dir gefällt. ich will dir nicht mehr weh tun, dich nicht mehr zum weinen bringen und doch tue ich es so oft. ich komme später vorbei, ja? ruh dich gut aus und werde gesund. ps: kaffee und kekse, ein apfel, sowie dein tabak liegen auf dem nachttisch und du hast um 17.30 einen arzttermin"
ich weiß nicht was ich tun soll. einerseits machst du mich glücklich und bringst mich zum lachen, andererseits machst du mich unglücklich und kaputt.
Dienstag, 13. November 2012
heiße sojamilch mit blütenhonig
es ist dunkel und doch sehe ich deinen schatten schon vom weiten. in mir verbreitet sich ein gefühl von erleichterung, gleichzeitig bin ich aufgeregt. ich liebe dich und du liebst mich und doch reicht es nicht. du machst mich glücklich und ich dich, du machst mein leben lebenswerter und ich auch deins, aber irgendwie sind wir einfach zu unterschiedlich. als du mich umarmst drückst du mich so fest an dich, dass ich angst bekomme, meine knochen könnten zerbrechen, du musterst mich von oben bis unten und beginnst zu grinsen. ich liebe dein grinsen und achja, ich hätte es beinahe vergessen, ich bin betrunken. ich kann mich kaum noch auf meinen beinen halten. wir haben uns in etwa 14 tage nicht gesehen, es kommt mir vor wie eine ewigkeit, irgendwie hatte ich dich anders in erinnerung. waren deine augen schon immer so grau? deine haare schon immer so dunkel? ob du sie geschnitten hast? sitzt die jacke immer so? hast du ein neues waschmittel?
"elsa? komm steh auf, ich bring dich nachhause" sagst du in die stille hinein. ist deine stimme schon immer so tief? der nachhauseweg ist in meinen gedanken nicht mehr klar verankert. ich weiß nur noch das du mich getragen hast, zu dir, weil ich meinen schlüssel verloren habe, während die nacht zum morgen wird machst du mir eine heiße milch mit honig, wie früher. ich trinke sie. einfach so. ohne schuldgefühle, ohne diskussion, ich trinke sie. ich liebe dich und du liebst mich und doch bin ich mir nicht sicher ob es reicht.
"elsa? komm steh auf, ich bring dich nachhause" sagst du in die stille hinein. ist deine stimme schon immer so tief? der nachhauseweg ist in meinen gedanken nicht mehr klar verankert. ich weiß nur noch das du mich getragen hast, zu dir, weil ich meinen schlüssel verloren habe, während die nacht zum morgen wird machst du mir eine heiße milch mit honig, wie früher. ich trinke sie. einfach so. ohne schuldgefühle, ohne diskussion, ich trinke sie. ich liebe dich und du liebst mich und doch bin ich mir nicht sicher ob es reicht.
Montag, 5. November 2012
rebell
Ein guter freund und ich hatten vor einigen tagen eine interessante und auch aufschlussreiche Unterhaltung, die ich im nachhinein versucht habe, zusammen zu fassen um eine gedanken bezüglich des themas Jugend zu sortieren.
Rebell. die jugend zeichnet sich schon seit ewigkeiten dadurch aus, zu rebellieren, man will alles anders machen als die vorhergegangene generation, sich auszeichnen dadurch, dass man andere pläne hat, dass man etwas neues erschafft, besser ist als alle jemals zuvor, aber im vordergrund steht das anders zu sein. die frage, die man sich an diesem punkt stellt, ist, wie? wie soll ein junger mensch es denn schaffen sich von all dem abzugrenzen, was die generation unserer eltern erschaffen haben?! wie soll man denn noch schocken? wie ist es möglich? ich habe mit dreizehn angefangen zu rauchen, mein vater kam mir zuvor, schon mit 12 jahren gehörten zigaretten zu seinem leben, auf demonstrationen gegen tierversuche, atomkraft, nazis, vertreibung der roma und cinti ecetera sieht man auch viele "ältere" gesichter, menschen, die uns vorgemacht haben, wie es geht, würde ich morgen ein mädchen mit nachhause nehmen und sie als meine feste freundin vorstellen, wären meine eltern zwar verwundert aber keinesfalls geschockt, lasse ich ein tütchen gras auf dem kückentisch liegen, oder einen jointstummel im aschenbecher, grinsen sie mich am nächsten tag an, würde ich nun die schule schmeißen, weil ich die welt sehen will und lieber herumreisen würde, wäre ich nicht die erste, die sie kennen würden, die soetwas tut, haare wild färben und abrasieren, piercings, tattoos, festivals, drogen, alkohol, ehrenamtlich arbeiten, mal nichts tun, hühner aus legebatterien klauen und alle wildesten pläne und wünsche und unser alltag ist im endeffekt auf irgendeine art und weise "normal", in ordnung, wird teilweise sogar abgenickt.
alles, was einem rebellisch, besonders oder gar anders vorkommt, scheint es nicht zu sein. und schnell wird man ein mensch, der ein anderer zuvor schon war, schnell ist man die perfekte kopie seiner eltern und eifert ihnen nach, in dem wissen, dass man nie annährend so gut werden kann wie sie und zusätzlich darf man sich auch noch anhören, dass man es doch soviel einfacher hätte.
wie soll man sich selbst erfinden wenn man weiß dass man nie "reichen" wird? wie soll man mit sich selbst zufrieden sein wenn man weiß, dass man nie gut genug ist? nicht erfinderisch genug, nicht man selbst, nicht weltverbessernd. einfach nur ein lebloser körper, der mit dem strom schwimmt, weil man gegen ihn schon lange nicht mehr ankommt.
um etwas besonderes zu sein nimmt man in kauf, sich selber unglücklich zu machen. man beginnt zu hungern, drogen zu nehmen, seine probleme runter zu schlucken um als besonders stark oder tapfer da zu stehen. aber das ist falsch, das alles hier ist falsch, weil diese rebellionsphase eigentlich nicht dafür da ist sich um jeden preis anders zu fühlen, sondern um sich selber zu finden. um herrauszufinden wer man ist und was man will.
ich will das nicht mehr. ich möchte nicht so sein.
Rebell. die jugend zeichnet sich schon seit ewigkeiten dadurch aus, zu rebellieren, man will alles anders machen als die vorhergegangene generation, sich auszeichnen dadurch, dass man andere pläne hat, dass man etwas neues erschafft, besser ist als alle jemals zuvor, aber im vordergrund steht das anders zu sein. die frage, die man sich an diesem punkt stellt, ist, wie? wie soll ein junger mensch es denn schaffen sich von all dem abzugrenzen, was die generation unserer eltern erschaffen haben?! wie soll man denn noch schocken? wie ist es möglich? ich habe mit dreizehn angefangen zu rauchen, mein vater kam mir zuvor, schon mit 12 jahren gehörten zigaretten zu seinem leben, auf demonstrationen gegen tierversuche, atomkraft, nazis, vertreibung der roma und cinti ecetera sieht man auch viele "ältere" gesichter, menschen, die uns vorgemacht haben, wie es geht, würde ich morgen ein mädchen mit nachhause nehmen und sie als meine feste freundin vorstellen, wären meine eltern zwar verwundert aber keinesfalls geschockt, lasse ich ein tütchen gras auf dem kückentisch liegen, oder einen jointstummel im aschenbecher, grinsen sie mich am nächsten tag an, würde ich nun die schule schmeißen, weil ich die welt sehen will und lieber herumreisen würde, wäre ich nicht die erste, die sie kennen würden, die soetwas tut, haare wild färben und abrasieren, piercings, tattoos, festivals, drogen, alkohol, ehrenamtlich arbeiten, mal nichts tun, hühner aus legebatterien klauen und alle wildesten pläne und wünsche und unser alltag ist im endeffekt auf irgendeine art und weise "normal", in ordnung, wird teilweise sogar abgenickt.
alles, was einem rebellisch, besonders oder gar anders vorkommt, scheint es nicht zu sein. und schnell wird man ein mensch, der ein anderer zuvor schon war, schnell ist man die perfekte kopie seiner eltern und eifert ihnen nach, in dem wissen, dass man nie annährend so gut werden kann wie sie und zusätzlich darf man sich auch noch anhören, dass man es doch soviel einfacher hätte.wie soll man sich selbst erfinden wenn man weiß dass man nie "reichen" wird? wie soll man mit sich selbst zufrieden sein wenn man weiß, dass man nie gut genug ist? nicht erfinderisch genug, nicht man selbst, nicht weltverbessernd. einfach nur ein lebloser körper, der mit dem strom schwimmt, weil man gegen ihn schon lange nicht mehr ankommt.
um etwas besonderes zu sein nimmt man in kauf, sich selber unglücklich zu machen. man beginnt zu hungern, drogen zu nehmen, seine probleme runter zu schlucken um als besonders stark oder tapfer da zu stehen. aber das ist falsch, das alles hier ist falsch, weil diese rebellionsphase eigentlich nicht dafür da ist sich um jeden preis anders zu fühlen, sondern um sich selber zu finden. um herrauszufinden wer man ist und was man will.
ich will das nicht mehr. ich möchte nicht so sein.
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